Weltrekord & Deutscher Rekord krönen den Freitag

Ein unglaublicher Staffelvorlauf der Männer krönte einen starken Vorlauftag der deutschen Shorttracker beim Weltcup-Finale in Dresden: Südkorea mit Weltrekord; das DESG-Quartett mit Robert Seifert, Paul Herrmann, Torsten Kröger und Robert Becker mit Deutschem Rekord und Europabestleistung. Zuvor hatten sich bereits sechs Deutsche in den Einzelrennen für die Entscheidungen am Sonnabend und Sonntag qualifiziert.

Der 5000-m-Vorlauf mit Südkorea, Japan, den Niederlanden und Deutschland war ein Krimi der Extraklasse. Nachdem die deutschen Männer lange auf dem vierten Platz gelaufen waren, wobei vor allem Robert Seifert und Paul Herrmann dafür sorgten, dass kein zu großes Loch riss. In der 37. von 45 Runden liefen sie mittels einer von Torsten Kröger eingeleitetemn Attacke von 4 auf 2. Die Holländer konnten sich zurückkämpfen auf den zweiten Plazu, ehe Paul Herrmann mit einer Riesenleistung per Fotofinish noch Platz zwei und das sicher Halbfinale erlief.

Bei all der Spannung hat kaum jemand der 600 begeisterten Zuschauer darauf geachtet, wie schnell das Rennen eigentlich war: Die 6:38,036 der Südkoreaner sind Weltrekord (bisher 6:38,486*); Deutschlands 6:41,060 sind Deutscher Rekord (bisher 6:44,617) und inoffizielle europäische Bestleistung. Mit diesem superschnellen Rennen (auch die Japaner und Niederländer liefen nationmale Rekorde) eröffnet sich den Deutschen möglicherweise sogar noch eine Hintertür zu den Weltmeisterschaften (dazu folgt noch ein separater Text!).

Im Halbfinale treffen die Deutschen nochmals auf Südkorea sowie auf Frankreich und Russland. In dieser Form ist sogar das Finale möglich.

Ein schnelles Rennen hatte auch die Frauenstaffel vor (Meschnik, Riedel, Priebst, Walter), musste aber nach einem Wechselfehler und einen Sturz Julia Riedels alle Hoffnungen begraben, auch das Halbfinale war damit passé.

In den Vorrunden über die Einzeldistanzen konnten sechs deutsche Läufer die direkte Qualifikation für die Entscheidungen buchen. Für das 1500-m-Halbfinale am Sonnabend sind Julia Riedel und Robert Beckert qualifiziert. Am Sonntag stehen Robert Seifert und Torsten Kröger im 500-m-Viertelfinale sowie Bianca Walter und Christin Priebst im 1000-m-Viertelfinale. Der Sechser ist die beste deutsche Direktquali-Quote im diesjährigen Weltcup.

Die anderen haben in den Hoffnungsläufen noch eine kleine Chance, eins von noch zwei zu vergebenen Tickets pro Strecke nachzulösen. Das betrifft allerdings nicht die in der 1. Runde bestraften Läufer, zu denen Robert Seifert (erste 500 m) und Paul Herrmann (1500 m) gehörten. Besonders Herrmanns Penalty war unter Zuschauern heißt diskutiert.

Seifert steckte seine Bestrafung professionell weg und lief in den Vorrunden zum anderen 500-m-Wettbewerb nicht nur allen davon (zweimal Platz 1), sondern mit 41.368 Sekunden auch die bislang beste Zeit der Konkurrenz, nur ein Zehntel an seinem Deutschen Rekord vorbei. Noch ein Beweis mehr, dass die Eisqualität Weltklasse ist − und dass Seifert ein unverwüstliches Stehaufmännchen ist. Nach überstandener Oberschenkelverletzung hatte er erst wenige Wochen zuvor seinen ersten Saisonwettkampf bestritten.

 
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