Paul Herrmanns Kampfansage für Dresden

Paul Herrmann ist wieder der Paul Herrmann, den man aus vergangenen Jahren kannte: schlagfertig, kampfbereit und immer für eine positive Überraschung gut. »Wer sich aufgibt, hat schon verloren«, sagt er, und meint damit auch den fast aussichtslos scheinenden Kampf um einen WM-Startplatz.  »Maos Heatbox« sprach mit dem 25-jährigen Dresdner nach dem 8. Platz über 1500 Meter in Moskau.

Paul Herrmann, Glückwunsch zum Finale. Hatten Sie vor dem Weltcup selbst damit gerechnet, es ins Finale zu schaffen?

(Lacht) Ich will immer ins Finale, mal mit mehr, mal mit weniger Aussichten. Als ich meine Halbfinal-Ansetzung gesehen hatte, wusste ich, hier geht was. Eigentlich wollte ich in der dritten, vierten Runde nach vorn gehen und ein bisschen aufs Tempo drücken. Aber da wurde ziemlich heftig gefightet vorn, da hab ich mich lieber raus­gehalten und bin dann in den letzten Runden vom 5. auf den 2. Platz vor­gelaufen.

Das war das erste A-Finale für einen deutschen Läufer in dieser Saison…

Daher bin ich sehr zufrieden, zumal ich spät in die Saison gestartet war und hier meinen ersten Weltcup laufe. Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn ich mir etwas mehr zugetraut hätte. Man hat es ja an Michael Gilday gesehen, der ganz spät angegriffen hat und noch vom 7. auf den 3. Platz vorgelaufen ist.

Gestern im Staffel-Vorlauf ging es hingegen ziemlich schief …

Ja, das war bitter. Nachdem ich nach einer Berührung von Thibaut Fauconnet schon ins Straucheln gekommen war, hat sich dann Becks (Robert Becker) ganz hingelegt, und wir haben den Anschluss an die Franzosen verloren. Trotzdem geben wir uns nicht auf, wollen in Dresden nochmal angreifen!

Die WM-Qualifikation ist aber nicht mehr zu schaffen …

Doch. Auch wenn die Chance minimal ist, wir werden alles riskieren!

Dann müsste die deutsche Staffel ja in Dresden Weltcupsieger werden!

Ja, oder je nach den anderen Ergebnissen geht es vielleicht auch mit Platz zwei. Die andere Rechnung ist die: Wer eine der drei schnellsten Zeiten der gesamten Weltcupserie läuft, rückt automatisch auf einen Startplatz. Und in den vergangenen Jahr haben die Dresdner Eismeister gezeigt, dass sie schnelles Eis machen können. Wer sich aufgibt, hat schon verloren!

Es ist der erste Shorttrack-Weltcup in dieser Moskauer Halle. Gefällt sie ihnen?

Sieht ganz gut aus. Ist eine neue Multifunktionsarena neben dem Dinamo-Stadion, wo man Boxen, Eislauf oder auch Konzerte veranstalten kann. Alles sehr modern. Leider war nur ein paar Hundert Zuschauer da. Ich hoffe, dass in Dresden bessere Stimmung sein wird, so wie 2009 und 2010, das setzt zusätzliche Kräfte frei.

Haben Sie sonst schon etwas von Moskau gesehen?

Ja, die russischen Shorttracker haben uns das Stadtzentrum gezeigt, abends. Im Finstern ist der beleuchtete Rote Platz vielleicht noch schöner als am Tage, mir hat’s gefallen.

 
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